Sonntag , 20 Mai 2018
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Viele Depressionen unbehandelt

Depressives Mädchen - Sie brauch hilfeOffiziell leiden alleine in Deutschland etwa vier Millionen Menschen an einer Depression, wobei die Dunkelziffer sicher noch höher liegt. Ein Viertel von Ihnen steht ohne Behandlung dar.   Zum Teil weil die Medizin nicht helfen kann zum anderen weil die Betroffenen keine Hilfe wollen.

Was eine Depression bewirkt

Depressionen können in den verschiedensten Formen auftreten, allen gemein ist jedoch, dass sie das Leben der Betroffenen unter Umständen völlig aus der Bahn werfen können. Depressive Menschen leiden nicht nur unter einer enorm gedrückte Stimmung, vielmehr können sie ganz oft ihren eigenen, ihnen so vertrauten Alltag nicht bewältigen. Oft scheitert es schon beim Aufstehen, an den absoluten Kleinigkeiten. Vom Nachgehen einer geregelten Arbeit einmal ganz zu schweigen. Menschen, die von einer Depression betroffen sind, leiden nicht selten auch an Angstzuständen und Schlafstörungen, sie sind traurig und lustlos.

Erschreckender noch als die Auswirkungen, die Depressionen auf das Leben Betroffener, ist die Tatsache, dass Experten zufolge alleine in Deutschland 9500 Suizide auf nicht oder nicht ausreichend behandelte Depressionen zurückzuführen sind. Diese Zahl sollte jeden wach rütteln und zum Nachdenken anregen. Expertenmeinungen zufolge liegt diese immens hohe Zahl zum einen Teil daran, dass die Betroffenen keine Hilfe suchen würden, zum anderen wären aber auch die Ärzte Schuld. Sie würden immer noch zu wenig nachhaken, wenn Patienten mit Bauchweh, Kopfschmerzen , Rückenbeschwerden oder Schlafstörung vorstellig werden, bei denen keine medizinische Ursache an sich festgestellt werde könne. Viel zu wenige Ärzte fragen an diesem Punkt nach der seelischen Verfassung der Patienten.

Depressionen sind diagnostisch sehr schwer festzustellen

Pünktlich am 1. Oktober startet auch dieses Jahr wieder der Europäische Depressionstag. Hier wird dieses Jahr die Familie die zentrale Rolle übernehmen. So müssen zum Beispiel auch die Angehörigen lernen, mit den veränderten Lebensumständen eines Familienmitgliedes umzugehen. Verfällt ein nahestehender Mensch in Depressionen, so kann ganz schnell aus einem frohen und lebenslustigen Menschen jemand werden, dem es an Schwung fehlt, der innerlich leer ist und unter fataler Hoffnungslosigkeit leidet. Dieser wird sich dann zurückziehen und damit müssen die Familienangehörigen erst einmal umgehen lernen.

Wie der Mediziner Detlef Dietrich es ausdrückt: „Man kommt an die Gefühle nicht mehr heran, das Erkennen dieser Krankheit ist schwierig. Sowohl für Betroffene selbst, aber auch für die Ärzte.“ Glücklicherweise lassen sich Depressionen im Allgemeinen gut behandeln, die es durch verschiedene Arten von Psychotherapie oder aber durch eine bestimmte Medikation.

Eine Ärztin aus Niedersachsen geht sogar soweit, zu behaupten, dass nahezu jeder elfte Patient, der den Weg zu ihr findet, im Grunde genommen gar keine körperlichen Gebrechen habe, Vielmehr würden hier den körperlichen Symptomen seelische Probleme zugrunde liegen. Sie ist aber auch überzeugt davon, dass heute viel mehr Patienten bereit sind, eine psychische Erkrankung zu akzeptieren, als es noch vor etwa 25 Jahren der Fall war. Trotz alledem sei der Arzt, selbst wenn es nur der Hausarzt auf dem Lande sei, in der Verpflichtung, nachzufragen. Weiterhin klagt diese Ärztin, dass etwa die Hälfte all derer, die aufgrund von psychischen Problemen in die Frührente gehen, kein therapeutisches Angebot bekämen, weder ein klinisches in Form einer Reha-Maßnahme, noch ein ambulantes. Dies gelte insbesondere bei den männlichen Betroffenen.

Der Präsident der Bundespsychotherapeutenkammer indes ist der Meinung, dass es auch sehr wichtig sei, die Kinder von depressiv Erkrankten mit in die Therapie einzubinden. Die emotionale Kommunikation, die eine depressive Mutter beispielsweise mit ihrem Säugling führe, könne diesen bereits stark beeinträchtigen. So käme es bei entsprechenden Kindern später vermehrt zu Trennungsängsten oder zu übermäßigen Schuldgefühlen, wodurch solche Kinder viel zu früh die Rolle eines Erwachsenen einnehmen würden.

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